Gestern, heute, morgen
Im Wandel der Zeit
Von der kleinen Metzgerei zur Filialkette, vom klassischen Handwerksbetrieb zum internationalen Unternehmen - die Geschichte der Großmetzgerei Gruninger ist eine wahre Erfolgsgeschichte, trotz mancher Rückschläge...
Schwerlich hat sich Max Gruninger im Jahr 1911 vorstellen können, was aus seiner kleinen Metzgerei in der Freiburger Escholzstraße dereinst - unter der Führung seines Enkels Edgar - einmal werden würde: ein Unternehmen, das rund 12 Millionen kg Fleisch im Jahr verarbeitet, ca. 210 Mitarbeiter beschäftigt und rund 32 Millionen Euro Umsatz macht. Die Anfänge waren bescheiden, aber schon damals fortschrittlich. So findet sich im Einwohnerbuch der Stadt Freiburg der Eintrag "Gruninger, Max, Metzgerei und Wursterei mit elektrischem Betrieb".
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Verkaufsfertige Waren im Kühlraum in der Stürtzelstraße
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Zerstört, wieder aufgebaut, beschlagnahmt
Das Unternehmen florierte, blieb aber ein Handwerksbetrieb. Im Laufe der Jahre kam eine Filiale in Freiburg in der Emmendinger Straße hinzu. Im Jahr 1940 übernahm Sohn Eugen Gruninger den Betrieb und baute ihn mit Fleiß, Wagemut, Weitsicht und Tüchtigkeit aus, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Hedwig.
Doch die Zeiten waren schwierig; kaum hatte Eugen Gruninger die Firma übernommen, wurde sie für Lieferungen an die deutsche Wehrmacht beschlagnahmt, im Krieg zerstört, wieder aufgebaut und von der französischen Besatzung wieder beschlagnahmt. 12 Stunden je Tag produzierten die Franzosen ihre Waren, von 5 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags. Eugen Gruninger durfte seinen Betrieb in den Nachtstunden nutzen, um sein Geschäft mit Waren zu versorgen.
Aufbruchstimmung herrschte in Deutschland, als die Besatzungszeit zu Ende ging, und Eugen Gruninger erweiterte den Betrieb durch den Aufbau eines Metzgerei-Filialnetzes, zunächst in Freiburg, dann auch bis Donaueschingen, Karlsruhe und bis zur Schweizer Grenze. Ein Wagnis in einer Zeit, in der die Filialisierung noch selten war, zumal mit so leicht verderblichen Waren wie Wurst und Fleisch. Der Erfolg aber gab ihm recht.
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Die Wurstküche in den 30-er Jahren in der Stürtzelstraße

Eugen und Hedwig Gruninger in den 50-er Jahren in Ihrem Geschäft in der Kaiser-Joseph-Straße
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Umzug in Freiburgs Norden
Und so entschloss sich sein Sohn Edgar Ende der 70-er Jahre, das Betriebsgelände an der Escholzstraße zu verkaufen und im Industriegebiet Nord ein neues Werk zu errichten. Für den Seniorchef war der Umzug ein schwerer Schritt, den er aber schließlich doch mitging.
Auch die Unternehmensstrategie änderte sich in dieser Zeit. Die mittlerweile 54 Filialen wurden nach und nach abgebaut und zum Teil als Franchise-Unternehmen weiter geführt. Denn Edgar Gruninger wollte sein Unternehmen zu einem überregional tätigen Produktionsbetrieb machen.
Da das Unternehmen ja nicht kleiner werden sollte und auch die Produktion ausgelastet bleiben musste, begann man im Hause Gruninger, Fleisch und Wurst nicht mehr nur in Freiburg, sondern in ganz Süddeutschland, dann in ganz Deutschland zu vertreiben. „Damals erkannten wir", so Edgar Gruninger , „dass wir ohne EG-Zulassung nicht auskommen." Weitere Investitionen waren nötig; im neuen Werk mussten Arbeitsabläufe verändert werden, um die strengen Hygiene- und Verarbeitungsvorschriften zu erfüllen.
Heute hat Gruninger die Zulassung sowohl für die Fleischzerlegung als auch für die Be- und Verarbeitung von Fleisch für den europäischen Markt.
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Firmengründer Max Gruninger, Großvater des heutigen Firmenchefs Edgar Gruninger
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Wachstum aus eigener Kraft
Heute werden die Gruninger-Produkte nicht nur in ganz Deutschland, sondern auch in Teilen Frankreichs vertrieben - mit so großem Erfolg, dass Edgar Gruninger sagt: „Der Absatz in Frankreich ist ein wichtiges Standbein für uns."
„Die erste Zeit ist immer eine Erprobungsphase", meint der Firmenchef. „Und die verlangt ein gewisses Durchhaltevermögen." Die große Branchen-Erfahrung allein genügt nicht. Vielmehr müssen die Märkte beobachtet und getestet werden; es müssen nationale Besonderheiten berücksichtigt werden: Verpackungsgröße, Bezeichnung, Etiketten etwa. Sorgfalt und solide unternehmerische Strategien kennzeichnen die weiteren Expansionspläne Edgar Gruningers: „Wir wollen das sehr organisch machen, aus eigener Kraft und immer einen Schritt nach dem anderen."
Rund 300 Produkte umfasst das Sortiment heute. Da das Unternehmen mit seiner neuen Konzeption Fuß gefasst hat, gilt es, nach und nach das Angebot zu reduzieren, um rationeller produzieren zu können. Darüber hinaus rüstet sich das Unternehmen mit weitsichtigen Investitionen für die Herausforderungen der Zukunft.
Auch die Nachfolge ist schon gesichert: nach Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums im Jahr 2005 ist mit Sohn Michael Gruninger nun die 4. Generation in der Firma Gruninger tätig. Gemeinsam mit seinem Vater wird der eingeschlagene Weg konsequent z.B. durch die Erstellung einer Corporate Identity und der Errichtung der neuen Slicerabteilung weiterverfolgt.
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Seit Ende der 70-er Jahre produziert die Großmetzgerei Eugen Gruninger im Industriegebiet Freiburg-Nord
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